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Karin Abt-Straubinger
(Aus: Georg Leisten, »Erst Architektur pur, Karin Abt-Straubinger wird im Sommer 1940 geboren. Ihr Vater Richard Straubinger gründet 1946 – genehmigt durch die französische Militärregierung – den Verlag Straubinger, wo sie 1963 zu arbeiten beginnt. Der Verlag produziert örtliche Telefonbücher für Baden-Württemberg. 1966 heiratet sie Peter Abt. Mit 32 Jahren übernimmt Karin Abt-Straubinger die Geschäftsleitung des Verlages. 1996 feiert der Verlag 50jähriges Jubiläum. »Müssen Kunstwerke immer in etablierten Galerien oder Museen hängen und in teuren Kunstbänden abgebildet werden?« Überzeugt von einem Versuch David Hockneys, der 1989 ein eigenes Werk auf dem Titelblatt des Telefonbuchs in Bradford (Großbritannien) abbilden ließ, setzt Karin Abt-Straubinger zu Beginn der Neunziger Jahre diese Idee im eigenen Verlag um. Bei den Kunden kommt dieses Konzept überraschend gut an. So wird Kunst zunehmend integraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie von Karin Abt-Straubinger. Als Verlegerin pflegt sie den Austausch mit der Kunstszene in Baden-Württemberg: Sie sammelt junge Kunst, unterstützt Kulturinstitutionen und initiiert selbst künstlerische Projekte. Der erste Künstler, der 1992/93 einen Umschlag – für das Ravensburger Telefonbuch – gestaltet, ist Klaus Staeck. Bundesweit stößt diese neue Gestaltung auf großes Interesse. Es folgen weitere Publikationen, u.a. mit Arbeiten von Ben Willikens, Ottmar Hörl und Dieter Krieg. 2003 gründet Karin Abt-Straubinger schließlich eine eigene Galerie, zunächst im Verlagshaus in Stuttgart-Möhringen. In der ersten Ausstellung werden Werke von Peter Herrmann (Berlin) präsentiert. Seit der Gründung nimmt die Galerie ABTART jährlich an der ART Karlsruhe teil. Seit 2005 mit festen Mitarbeitern, hat die Galerie ABTART 2006 – mit dem Auszug des Verlages aus dem dreigeschossigen Haus an der Sigmaringer Straße 57a – von heute auf morgen einen Zugewinn von 250 qm Ausstellungsfläche. Die Galerie nimmt seit 2006 an dem Stuttgarter Galerien-Wochenende »art alarm« teil, im ersten Jahr mit einer reinen Skulpturenausstellung. In nur kurzer Zeit etabliert sich die Galerie in Baden-Württemberg. Eine der meist besuchten und beachteten Ausstellungen ist 2007 »Jan Peter Tripp und Freunde«. 2007 veräußert Karin Abt-Straubinger den Verlag und gründet im selben Jahr noch die Karin Abt-Straubinger Stiftung zur Förderung zeitgenössischer Bildender Kunst. In einer aufsehenerregenden Aktion wird die Fassade des Abrissgebäudes an der Rembrandtstraße 18 von den Künstlern Sturm und Jung mit einer Graffiti-Gestaltung versehen und künftig von jedermann »das ABC-Haus« genannt. Das selbe Gebäude wird 2008 von den gleichen Graffiti-Künstlern in eine übermächtige, vollständig schwarze Skulptur verwandelt – die erhoffte ambivalente Resonanz bleibt nicht aus. Nach Abriss des alten Gebäudes lässt Karin Abt-Straubinger schließlich zwischen 2008 und 2009 von NIXDORF CONSULT Architekten+Ingenieure eine neue, moderne Kunstgalerie bauen. Dieses architektonisch anspruchsvolle Ensemble, das sich selbstbewusst in der lokalen Umgebung behauptet, stellt ein klares Bekenntnis für den Standort Möhringen in Stuttgart dar. Ein außergewöhnliches Kunstereignis bildet 2009 die letzte Schau im Galeriehaus an der Sigmaringer Straße: »burn under punches« – eine reine Graffiti Ausstellung. 2009 folgt der Umzug in den Neubau – mittlerweile mit über 400 qm Ausstellungsfläche über drei Stockwerke, mit Skulpturenhof und -garten. Die Galerie ABTART versteht sich als ein Ort für die verschiedenen Disziplinen der bildenden Künste, offen für alle Kunstfreunde und ist nicht mehr aus dem Stuttgarter Kulturleben wegzudenken. Das Programm ist ein offenes System für Einzelausstellungen und Gruppenpräsentationen – mit und gegen den Trend. Fortgeführt wird der Austausch mit anderen Institutionen. Dem Experimentellen wird sich die Galerie, wie bisher, weiterhin öffnen. Mit der neuen Galerie ABTART wird die lokale Stuttgarter Kunstszene um einen attraktiv und kontrovers bespielten Kunstort reicher. | ||||||
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